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Nachhaltigkeit

Solare Zukunft im südlichen Afrika

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Ausgangssituation

Die Copperbelt Energy Company in Sambia versorgt den Großteil der Minen des Landes mit Strom. Dieser wird allerdings von einem staatlichen Energiekonzern gekauft. Daher hatte sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, seinen eigenen Strom zu erzeugen und seine Mitarbeiter in Bezug auf Erneuerbare-Energie-Anlagen und deren Betrieb auszubilden. BayWa r.e. wurde beauftragt, einen 1 MW Solarpark zu errichten, welcher das derzeit größte PV-Projekt in Sambia ist. 

Ein zentraler Bestandteil dieses Projekts war die Erstellung eines ausführlichen Schulungsprogramms für die Copperbelt Energy Company, das die Bereiche Projektentwicklung, Instandhaltung der Anlage und Betriebsführung umfasst. Darüber hinaus wurde eine Zusammenarbeit mit der angrenzenden Copperbelt University in die Wege geleitet, um nach Schulungsmöglichkeiten für Studenten im Bereich Erneuerbare Energien zu suchen.

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Herausforderung

Der Bau der großflächigen Photovoltaikanlage in diesem Binnenland im südlichen Afrika brachte durchaus seine Herausforderungen mit sich. Allein die Logistik, Bauteile auf die Baustelle zu transportieren, gestaltete sich schwierig, da alle möglichen Orte tausende Kilometer entfernt liegen und die Strecke vom nächsten Hafen durch mindestens zwei lange und komplizierte afrikanische Grenzübergänge führt. 

Diese schwierigen Transportwege mussten im Hinblick auf die Lieferkette für die gesamte Laufzeit des Projekts berücksichtigt werden. Spezielle Wechselrichter und wesentliche Bauteile konnten nicht aus der Region beschafft oder bei Bedarf einfach geliefert werden, daher mussten wir uns für dieses Projekt einen Übervorrat an Ersatzteilen zulegen.

Während wir uns um sämtliche Aspekte des Bauvorhabens und O&M kümmerten, wurde das begleitende Schulungsprogramm durch eine Partnerschaft mit dem Projektentwicklungsprogramm (PEP) der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) umgesetzt. Sie entwickelten für die Mitarbeiter der Copperbelt Energy Company Präsenzschulungen über die Entwicklung von Solarenergie, die Finanzierung von Projekten und viele weitere Themen. 

Außerdem arbeiteten sie eng mit der Copperbelt University zusammen, um einen Lehrplan zum Thema Erneuerbare Energien für ihren Masterstudiengang Elektrotechnik zu entwerfen. Die Universität befindet sich in unmittelbarer Nähe zu der Baustelle und wird daher Zugang zu der PV-Anlage erhalten, welche für Schulungszwecke als Schulungseinrichtung dienen soll.

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Ergebnis

Von der Installation bis zur Inbetriebnahme von Sambias größter PV-Anlage benötigten wir gerade einmal drei Wochen. Die Unterstützung der Deutschen Auslandshandelskammer in Sambia mit ihren vielen Geschäftsverbindungen sorgte dafür, dass Lösungen für eine Reihe größerer logistischer Herausforderungen gefunden werden konnten. Ein kleines Team unterrichtete die Mitarbeiter von Copperbelt im Rahmen einer praxisorientierten Schulung in optimalen Betriebs- und Wartungstechniken für die wichtigsten Wartungsaufgaben, welche zusätzlich zu den ausführlicheren Schulungen der GIZ angeboten wurde. 

Wir stellen weiterhin die Überwachung über unser Kontrollzentrum in Deutschland bereit, aber die mittlerweile gut ausgebildeten Mitarbeiter erhalten unbegrenzten Zugang zu dem Portal und sind für alle praktischen Wartungsarbeiten verantwortlich. Dies bringt das Unternehmen dem Ziel ein großes Stück näher, ein vollständig integriertes Versorgungsunternehmen zu werden. 

Wir freuen uns, das wir die Copperbelt Energy Company bei Entwicklung, Bau und Betrieb ihres eigenen Solarkraftwerks unterstützen konnten, die damit ihre ersten Schritte in neues, autonomes Gebiet macht. Für uns war das Projekt eine gute Chance, weiter in den südafrikanischen Markt vorzudringen.

Tobias Kriete
Regional Manager Africa, BayWa r.e.

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